Schulpartnerschaft zwischen der Ngarenanyuki High School und dem Kopernikus Gymnasium Bargteheide


Es begann 1997 mit einem Hilferuf von Volker Thiedemann, der sich als Missionar in der Diözese Meru im nördlichen Tansania für die Verbesserung der Situation der Menschen dort einsetzte und dabei auch die Schulen dieser Region betreute. Er zeigte uns Fotos von der Schule in Ngarenanyuki und berichtete uns, unter welch erbärmlichen Umständen sich dort Lehrer und Schüler bemühten, zu lehren und zu lernen. Der Unterricht fand statt in roh gezimmerten Holzhäusern, die zu einer ehemaligen Farm gehörten. Der Fußboden im Klassenraum war fest gestampfte Erde, Fenster waren aus der Holzwand ausgesägte Vierecke. Vierzig bis fünfzig Schüler saßen in einem Raum auf roh gezimmerten Bänken, die mit Schreibpulten verbunden waren, immer zu dritt auf einer Bank. Sie fühlten sich privilegiert, dass sie in diesem Raum sitzen durften, in ihrer bordeauxroten Schuluniform, da ihre Eltern, ihre Großfamilie es irgendwie geschafft hatten, das erforderliche Schulgeld in Höhe von 300 Euro pro Jahr aufzutreiben und diesem Jungen, diesem Mädchen Bildung und damit eine Chance im Leben zu ermöglichen.

Damals gab es an der Ngarenanyuki Secondary School weder Strom noch eine zuverlässig funktionierende Wasserleitung für die insgesamt etwa 80 Schüler, die unterrichtet wurden von Lehrern, die ihrerseits zwar das Abitur bestanden hatten, aber darüber hinaus kaum zusätzliche Qualifikationen vorzuweisen hatten. Selbstverständlich arbeiteten alle Schüler nicht nur in den Klassenräumen, sondern auch auf dem angrenzenden Feld, auf dem Mais und Bohnen angebaut wurden. Und genauso sah auch ihr Essen aus, das in einem großen Kessel auf drei Steinen stehend und mit offenem Holzfeuer erhitzt, zubereitet wurde. Maisbrei und Bohnen, tagein, tagaus, nichts anderes.

Wir, die Schüler, Lehrer, Eltern, Mitarbeiter des Kopernikus Gymnasiums Bargteheide, haben uns deshalb 1998 dafür entschieden, eine Partnerschaft mit der Ngarenanyuki Secondary School zu beginnen und mit zu helfen, den jungen Menschen in Ngarenanyuki eine bessere schulische Perspektive zu geben. Und wir haben uns dafür entschieden, dieses als langfristige Aufgabe zu begreifen. Seit dieser Zeit, also in den vergangenen 18 Jahren, hat sich viel verändert an dieser tansanischen Schule. Aus rund 80 Schülern sind 500 geworden, nach den anfänglich katastrophalen schulischen Ergebnissen gehört diese Schule nun zu den 10 besten Schulen im District Meru. Die aus Holz gefertigten Schulgebäude sind ersetzt worden durch aus Stein gemauerte Häuser mit 10 Klassenräumen. Die Schlafsäle der Mädchen sind erneuert worden und auch das Projekt der Verbesserung der Essensausgabe ist auf den Weg gebracht worden. Dank der Hilfe von vielen Menschen aus Bargteheide und mit Stiftungsgeldern konnte die Schule notwendige Anschaffungen tätigen. Genau so wichtig sind uns die regelmäßigen menschlichen Begegnungen in Bargteheide und Ngarenanyuki, die über die Jahre zu vielen Bindungen und Freundschaften geführt haben. Nach unzähligen organisatorischen Anstrengungen und bürokratischen Hürden waren wir sehr glücklich, dass wir im September 2014 zwei tansanische Lehrkräfte und sechs Schülerinnen und Schüler bei uns am Kopernikus Gymnasium Bargteheide begrüßen durften. Die letzte Begegnung an der tansanischen Schule fand im Herbst 2016 statt. Frau Hamann und Frau Spalk besuchten mit neun Schülerinnen und Schülern des KGB die Partnerschule.

Reiseberichte der Fahrten aus den Jahren 2013 und 2016 finden sich unter folgenden Links:

 

files/Spalk/Reisebericht_Tansania_2013.pdf

files/Spalk/Reisebericht_2016.pdf


Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage des Tansania-Fördervereins, der die Schulpartnerschaft unterstützt und begleitet.

www.tansania-foerderverein.de