Neu sind sie nicht, die Kochmütter am KGB. Neu ist aber, wie sie organisiert sind: in einem Verein namens „Kochen am KGB e.V.“Über 40 Frauen gehören unserem gemeinnützigen Verein an. Unsere selbst gestellte Aufgabe: Möglichst an jedem Tag der Woche soll es im KGB etwas zu essen geben. Von montags bis donnerstags wird gekocht, freitags gehen leckere Brötchen, Müslis und Obstsalate in großen Mengen über den neuen Tresen im frisch renovierten Essraum.

Schon seit weit über 20 Jahren kochen Mütter am KGB. Der Grund: Schon lange ist die Entwicklung zu längeren Tagesschulzeiten mit Stunden am Nachmittag nicht mehr aufzuhalten. Während Bargteheider Kinder zwischendurch in eventuellen Freistunden mal eben nach Hause fahren können zum Essen –wenn dort denn jemand mit Essen auf sie wartet ist das für Kinder aus der Umgebung der Stadt nicht zu leisten. Sie sind darauf angewiesen, in der Schule oder der Mensa im Ganztagszentrum zu essen –oder verbotener Weise das Schulgelände zu verlassen und sich auf den Weg zur nächsten Bäckerei/Supermarkt zu machen. Aus dieser Situation heraus haben also schon vor mehreren Schülergenerationen Mütter zusammen mit Ursula Brandt aus dem Schulbüro die Küche installiert. Erstes "Großgerät" war der Hockerkocher (heißt wirklich so), sozusagen ein tiefgelegter Ein-Platten-Herd für besonders große Töpfe. Dazu ein Backofen und das war's erstmal. Dass die Frauen schon damals mit dieser Minimalausstattung oft genug 100 Portionen warmes Mittagessen pro Tag fabriziert haben, mag man sich heute kaum noch vorstellen. Funktioniert hat's gut.

Funktionieren tut's auch heute, aber die Situation ist deutlich angenehmer. Die Küche ist frisch renoviert und gestrichen worden. Wir arbeiten jetzt mit zwei Profi- anstatt drei Haushaltsbacköfen, die Kippbratpfanne ist eines unserer Lieblingsgeräte und der träge Großküchenherd schafft es immer wieder, uns mit seiner Zuverlässigkeit zu überraschen. Der Hockerkocher hat gerade einen nagelneuen 70-Liter-Topf bekommen und die Schülerinnen und Schüler essen von einheitlichem weißen Porzellan. Fast 200 Portionen stehen täglich auf dem Programm. Die Kochmütter arbeiten in Gruppen zu dritt oder zu viert, jede ist im besten Fall einmal im Monat dran, ihr Essen zu planen, einzukaufen und anschließend zuzubereiten. Das Repertoire reicht so weit wie die Phantasie seiner Ausführer vom Salatbüffet über Hähnchen mit Pellkartoffeln und Quark bis zu Spaghetti Bolognese oder Asia-Pfanne. Verkauft wird ab Ende 5. Stunde, immer zum Preis von 2 € pro Person inklusive Getränk.

Die Mütter arbeiten natürlich ehrenamtlich und unentgeltlich. Warum sie das tun? WEIL'S SPASS MACHT! Und weil's gut ist für unsere Kinder und auch für uns, die auf diese Weise eine ganz neue Beziehung zu Schule und dem Geschehen dort bekommen.

Wer Lust hat, mitzumachen, ist herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!