Hartes Leben im Homeschooling!

Seit Mitte Dezember 2020 befinden wir uns im 2. Homeschooling. Was beim 1. Homeschooling sich noch wie ein alternatives Schulleben anfühlte, ist beim zweiten Lockdown nur noch nervenaufreibend.

Aufstehen um 7:30 Uhr - also fast wie immer. Anziehen, frühstücken, Zähne putzen. Dann schnell noch mal die Notizen zu der ersten Videokonferenz des Tages durchsehen. Ich melde mich mit dem richtigen Link genau zehn Minuten vor Beginn an. Da ist schon das erste technische Problem des Tages - ich habe gar keine Internetverbindung. Drei Minuten vor der Konferenz klappt es endlich. Wir starten pünktlich mit Medienkunde. Ich kann alle sehen, nur leider nicht hören. Das gelingt später.

Um 10.40 Uhr beginnt schon die nächste Unterrichtsstunde, dafür muss ich noch schnell ein paar Aufgaben machen. Mist, ich verstehe nur die Hälfte. Da frage ich doch mal den Lehrer Google. Gott sei Dank, alles rechtzeitig erledigt. Kurze Pause. Schluck getrunken und wieder an den Schreibtisch. Plötzlich höre ich es bei den Nachbarn hämmern und bohren. Was soll das denn jetzt? Ich habe gerade noch fünf Minuten bis es losgeht, also muss zügig hierfür eine Lösung her. Meine Mutter ruft netterweise bei den fleißigen Nachbarn an und endlich ist wieder Ruhe.

Dieses Mal funktioniert alles bei der Konferenz von Beginn an: Ein Wunder ist geschehen! Kaum habe ich mein Laptop zusammengeklappt, erinnert mich meine Mutter an einen Arzttermin, den ich völlig vergessen hatte. Also schnell los.

Wieder zu Hause angekommen, sitze ich nach dem Mittag wieder am Schreibtisch. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich mache überhaupt nichts andere mehr…

Bis zum Nachmittag habe ich gerade mal zwei weitere Fächer geschafft, obwohl ich mir eigentlich drei Fächer vorgenommen hatte. Ich habe aber auch nicht mit fünf Neustarts unseres Mitteilungssystems Schulcommsy gerechnet.

Als dann noch mein linierter Collegeblock alle ist, platzt mir der Kragen. Jetzt hilft nur noch frische Luft und so renne ich los zum Schreibwarenladen an der Ecke, die haben glücklicherweise einen Fensterverkauf. Hätte mir jemand vor wenigen Jahren erzählt, dass mein Schulalltag mal so aussehen würde, hätte ich ihn für völlig blöd erklärt.

Zurück am Schreibtisch ist zwar das Papier da, aber dafür die Motivation weg. Also erst Abendessen. Danach reiße ich mich zusammen und zeichne Steckdosen in einen Grundriss für das nächste Unterrichtsfach Physik. Wir sollen die nötige Sicherung für einen Raum berechnen. Wenn sich jetzt noch der Strom verabschiedet, weiß ich zumindest, was ich machen muss.

Um elf Uhr bin ich todmüde und irgendwie stinkig: Mal wieder habe ich mich den ganzen Tag mit Problemen rumgeplagt, die ich echt nicht gebraucht hätte. Meine Freunde aus der Schule fehlen mir auch. Nachrichten schreiben ist nicht das Gleiche, als sich in echt zu sehen.

Am allerschrecklichsten ist aber die Vorstellung, dass das ganz sicher nicht der letzte Tag war, der so abläuft...

 

Merle, 8. Klasse

 

Homeschooling - wenn die Schule nach Hause kommt

 

Homeschooling findet jetzt fast überall an allen Schulen in ganz Deutschland statt. Das muss es coronabedingt leider auch, jedoch kommen damit nicht alle klar. Schüler und Schülerinnen, Lehrer, welche fast täglich neuen Lernstoff zur Verfügung stellen müssen, geraten in Stress und wissen nicht, wie sie alles schaffen sollen.

 

Mit dem Homeschooling geht es mir, Paul, Kl.8b des KGBs, größtenteils gut, ich besitze einen eigenen Laptop, habe mein eigenes Zimmer, wo ich mich konzentrieren und ohne Probleme an Videokonferenzen teilnehmen kann. Jedoch geht es nicht jedem Schüler in Deutschland so gut. Nur 43,8 Prozent der Schüler von Klasse 5-7 besitzen einen komplett funktionstüchtigen Laptop oder PC.

Zunächst bleibt natürlich festzuhalten, dass es sehr positiv ist, dass trotz einer solchen Pandemie überhaupt etwas Unterricht stattfinden kann. Ein großes Problem ist aber, dass nicht jeder Schüler oder jede Schülerin einen Laptop oder PC zu Verfügung hat. Viele müssen ihren Unterricht daher über das Handy machen, was deutlich schwerer ist. Außerdem waren manche Lernplattformen noch nicht wirklich ausgereift. Man kann Dokumente nicht abschicken oder nicht an Videokonferenzen teilnehmen auf Grund technischer Probleme. Gelegentlich können Videokonferenzen sogar nicht stattfinden, da sich Leute einen Scherz erlauben und die Konferenzen stören, durch laute und stark übersteuerte Musik oder durch das überlasten der Plattform. In der Regel bekommen die Lehrerinnen und Lehrer das aber schnell geregelt.

 

Ich habe zwei Schwestern, eine geht noch in den Kindergarten und die andere besucht die 6. Klasse des KGBs. Auch sie ist mit dem Homeschooling überwiegend zufrieden.

 

Trotz all den negativen Aspekten hat mir Homeschooling beigebracht, mich für längere Zeit noch besser zu organisieren und zu konzentrieren.

 

Paul, 8. Klasse
 

Corona macht es möglich

Seit mittlerweile einem Jahr sitze ich nun schon zuhause an meinem Schreibtisch und erledige meine Aufgaben im Homeschooling. Zwischendurch durften wir für ein paar Wochen in die Schule. Dies allerdings auch nur in Kohorten und mit Maske.

Noch Anfang des Jahres 2020 hätte keiner von uns gedacht, dass wir bald nur noch über Videokonferenzen und Lernplattformen Unterricht haben werden. Doch Corona macht es möglich. Anfangs freute sich meine Klasse noch, dass wir zuhause bleiben können. Doch schon bald merkte auch ich wie sehr mir meine Freunde fehlen und wie sehr ich den Schulalltag vermisste. Aber natürlich kann es auch von Vorteil sein, zuhause zu lernen, denn seit ich in der Schule bin, hatte ich während der Unterrichtszeiten noch nie so viel Freizeit.

Nachmittags muss ich nicht für Klassenarbeiten lernen und auch vormittags gibt es nicht ganz so viele Aufgaben wie während normaler Schulalltage. Allerdings ist es auch sehr viel schwieriger neue Themen zu verstehen, da uns keiner die Themen richtig erklärt, wenn wir Nachfragen haben. Vor allem in den Sprachen ist es nicht so leicht, die Aufgaben zu erledigen, denn die Kommunikation in den Fremdsprachen fehlt. Zum Glück haben wir wöchentliche Videokonferenzen, in denen wir uns mehr beteiligen können. Das hilft. Doch auch eine Videokonferenz in der Woche ersetzt keinen täglichen Präsenzunterricht. Häufig treten Probleme bei den Internetverbindungen auf, weshalb immer wieder Schülerinnen und Schüler dann nicht in Konferenzen reinkommen. Gelegentlich funktioniert auch die Technik nicht so gut. Denn natürlich ist es für alle eine große Umstellung. Ich habe mich aber mittlerweile gut an diese Lernmethode gewöhnt. Bearbeite die Aufgaben zuhause in Ruhe, ohne auf die Uhr gucken zu müssen. Anschließend schicke ich sie den Lehrerinnen und Lehrern per E-Mail oder nun über unsere neue Lernplattform IST-Learning.

Auch bei uns zuhause läuft es mittlerweile gut. Meine Familie und ich verteilen uns im ganzen Haus, sodass wir alle in Ruhe arbeiten können. Was das Lernen über Laptops angeht, haben wir alle etwas dazugelernt. So ist es normal geworden, Aufgaben auch digital zu bearbeiten.

Trotzdem ist all das kein Vergleich zum Präsenzunterricht und ich freue mich schon darauf, wenn wir wieder ganz normal zur Schule gehen können und ich meine Freunde wiedersehen kann!

 

Henrike, 8. Klasse