01. März 2021

 

Liebe Eltern,

liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Lehrkräfte,

 

 

Wir alle erwarten gespannt die nächsten Schritte auf dem Weg zurück in den Präsenzunterricht. Ich möchte Sie und euch informieren, welche Themen uns auf diesem Weg in der nächsten Zeit beschäftigen werden. Momentan steht im Raum, dass die 5. und 6. Klassen bald wieder in Präsenz unterrichtet werden können. Das soll möglicherweise im Wechselunterricht stattfinden, bei dem abwechselnd immer eine Hälfte der Klasse in die Schule kommt und die andere Hälfte zu Hause arbeitet. Wenn dabei in der Schule der Mindestabstand von 1,50m weiter eingehalten werden muss, bedeutet das für uns einen großen Aufwand, da in vielen Fällen diese halben Klassen dann aus Abstandsgründen auf zwei Räume aufteilt werden müssen. Außerdem soll nach jetzigem Stand jede Klasse als eigene Kohorte betrachtet werden, das würde Kursunterricht unmöglich machen. Mal abwarten, welche genauen Vorgaben wir haben werden, wenn es soweit ist…

 

Ein weiteres wichtiges Thema für die nähere Zukunft sind die Klassenarbeiten. Das Ministerium hat uns die Möglichkeit eröffnet, die Gesamtzahl der Klassenarbeiten in einzelnen Jahrgangsstufen zu reduzieren. Dabei soll innerhalb der Jahrgangsstufen möglichst einheitlich vorgegangen werden. Wünschenswert wäre es, wenn in allen Fächern, in denen Klassenarbeiten geschrieben werden sollen, bis zum Schuljahresende zumindest eine Arbeit geschrieben werden könnte. Dabei hat die die Qualifikationsphase der Oberstufe Priorität, weil hier für jedes Halbjahr eine eigene Note erteilt wird, während im 10. Jahrgang und in der Sekundarstufe I die Note auf dem Zeugnis des zweiten Halbjahres eine Ganzjahresnote ist, die Note des ersten Halbjahres also mitberücksichtigt wird. Da in die Note für das erste Halbjahr ja schon schriftliche Leistungen eingegangen sind, haben die Klassenarbeiten dieser Jahrgangstufen eine geringere Priorität als die der Qualifikationsphase, wobei der 10. Jahrgang als Teil der Oberstufe nach den Vorgaben des Ministeriums hier eine Sonderrolle einnimmt. Innerhalb der Sekundarstufe I misst das Ministerium den Klassenarbeiten der Jahrgangstufen, in denen eine Versetzung ansteht, wiederum eine höhere Priorität als den anderen Jahrgangsstufen zu.

 

Nach den obigen Kriterien haben wir begonnen, in der Oberstufe die ersten Klassenarbeiten zu terminieren, andere Jahrgangsstufen dürfen wir auch für Klassenarbeiten noch nicht in die Schule holen. In den Klassenarbeiten kann natürlich nur der im Distanzlernen auch tatsächlich behandelte Stoff abgefragt werden, jede Klassenarbeit wird individuell an die aktuelle Situation angepasst. Wenn wir wissen, wann die nächsten Jahrgangstufen wieder in die Schule kommen dürfen, werden wir unter Berücksichtigung der verbliebenen Zeitspanne bis zu den Sommerferien einen Plan erstellen, welche Klassenstufen noch welche Arbeiten schreiben sollen.

 

Nach den Osterferien bleiben in diesem Schuljahr nur wenige Wochen bis zu den Sommerferien, in denen zudem noch einige Feiertage und die schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen liegen. Die Korrekturzeiten für die Lehrkräfte im Abitur sind in diesem Jahr durch die frühen Sommerferien sowieso schon besonders knapp gewesen, durch einige Veränderungen im Abiturablauf aufgrund der Coronasituation verschärft sich dieser zeitliche Engpass nochmals. Nach Erlass des Ministeriums werden Lehrkräfte, die mit den Abiturkorrekturen betreut sind, in festgelegtem Umfang von ihren Unterrichtsverpflichtungen freigestellt, je kürzer der Korrekturzeitraum ist, desto höher ist diese Entlastung angesetzt, um eine Korrektur innerhalb der vorgegebenen Fristen überhaupt zu ermöglichen. Einschränkungen im Präsenzunterricht werden daher in der Korrekturphase des Abiturs unumgänglich sein.

 

Ich möchte noch einen kurzen Ausblick auf die Zeit wagen, in der die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte endlich wieder in der Schule zusammenkommen werden. Uns allen ist klar, dass die vergangenen Monate ihre Spuren hinterlassen haben. Viele freuen sich sehr auf Präsenzunterricht, aber es bestehen auch Ängste und Unsicherheiten. Eine große Sorge, die auch viele Eltern beschäftigt, sind die Fragen, wieviel Stoff versäumt wurde, wie Lücken geschlossen werden können. Lassen Sie uns mit diesen Fragen mit Gelassenheit umgehen! Im Vordergrund der ersten Zeit des Präsenzunterrichts werden sicher die Begegnungen und das soziale Miteinander stehen. Eine weitere große Aufgabe wird es sein, den Schülerinnen und Schüler zu helfen, sich wieder in Strukturen zu integrieren. Nur wenn das gelingt, können wir die Inhalte wieder verstärkt in den Blick nehmen. Hier gibt es sowohl unter den Jahrgangsstufen als auch unter den Individuen große Unterschiede im Hinblick auf die Frage, wie erfolgreich das Distanzlernen war. Es müssen Wege gefunden werden, individuelle Lücken zu schließen, aber auch insgesamt müssen die Fachschaften Konzepte entwickeln, wie der Anschluss an die jeweiligen Fachanforderungen realistisch wieder gelingen kann.

 

Diese Aufgabe sollten wir gemeinsam frohen Mutes angehen. Liebe Schülerinnen und Schüler, ich hoffe, ihr kommt mit Freude und unbeschwert wieder zurück in die Schule, denn mit Sorgen lernt es sich schlecht. Ihr könnt euch sicher sein, dass eure Lehrinnen und Lehrer euch nach Kräften unterstützen werden. Seid mutig und traut euch, zu formulieren, an welchen Stellen ihr Probleme habt und wo ihr Unterstützung braucht, wenn es soweit ist.

 

Gemeinsam schaffen wir das!

 

 

Mit herzlichen Grüßen – Ihre und eure

Stephanie Wrede-Krukowski