Januar 2021

 

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Lehrkräfte,

gestern haben die Ministerpräsidenten zahlreiche Beschlüsse – auch zur Schulschließung – gefasst. Frau Ministerin Prien hat heute in einer Pressekonferenz darüber informiert, wie die Landesregierung diese Beschlüsse in Schleswig-Holstein umsetzen will. Wenn Sie die Konferenz anschauen wollen, können Sie das hier tun: https://www.youtube.com/watch?v=zomCIvoHabQ

In der Anlage leite ich Ihnen ein Schreiben der Ministerin weiter, in dem sie über die wesentlichen Aspekte informiert. Ich nenne hier die wichtigsten Punkte, wie ich sie verstehe:

  • Bei den Regelungen für die Distanzlerntage am 7. und 8. Januar bleibt es unverändert.
  • Ab 11. Januar 2021 wird der Präsenzunterricht weiterhin ausgesetzt. Es findet Distanzlernen für alle Jahrgänge statt.
  • Ausnahme ist der 12. Jahrgang. Für diesen Jahrgang wird es Unterrichts- und Vorbereitungsangebote in Präsenz geben. Ich kann dazu heute noch nichts Genaueres sagen, bitte den Jahrgang aber, sich weiterhin auf die geplanten Sprechprüfungen am Montag und Dienstag einzustellen.
  • Für die Klassenstufen 5 und 6 werden wir auf Antrag der Eltern eine Notbetreuung einrichten. Ich bitte betroffenen Eltern, uns bis Freitag, 8.1.2021, 9 Uhr, per Mail an die offizielle Schuladresse von dem Bedarf zu informieren.
  • An das Distanzlernen wird nicht der Anspruch gestellt, ein vollwertiger Ersatz für Präsenzunterricht zu sein, es dient dazu die „Schäden… gering zu halten“.
  • Basis für die Note im Halbjahreszeugnis werden schwerpunktmäßig die bisher im Präsenzunterricht erbrachten Leistungen sein.

Ich bin gebeten worden, zum technischen und pädagogischen Stand des Distanzlernens an unserer Schule noch einmal den Stand der Dinge darzustellen und tue dies hier gerne.

Als im Dezember der Präsenzunterricht ausgesetzt wurde, befanden wir uns – was die Lernplattform betrifft – mitten im Umbruch von Schulcommsy zu Itslearning:

Gleich nach den Sommerferien hat sich eine Gruppe von Lehrkräften als Expert*innen und Multiplikator*innen in Sachen Itslearning ausbilden lassen. Parallel dazu gab es eine Testphase mit zwei Oberstufenklassen. Nach den sehr positiven Rückmeldungen aus dieser Phase wurde das Votum der Schulkonferenz eingeholt, das positiv ausfiel.

Daraufhin wurde durch die Multiplikator*innen eine schulinterne Fortbildungsinitiative gestartet. Als Resultat sind inzwischen 49 Lehrkräfte und ca. 190 Schülerinnen und Schüler bei der Plattform angemeldet.

Während der Distanzlerntage am 7. und 8. Januar werden zahlreiche Lehrkräfte und Klassen das neue Lernmanagementsystem erproben. Das betrifft die Klassen, die noch vor der Schulschließung die Einführung erhalten haben.

Für die Wochen vor Weihnachten waren weitere Einführungsstunden für Klassen geplant, die aber wegen der Schulschließung nicht mehr durchgeführt werden konnten.

Die Multiplikator*innengruppe hat dankenswerterweise in Aussicht gestellt, Möglichkeiten zur weiteren Fortbildung des Kollegiums auch während der Schulschließung auszuloten und zu nutzen. Ob es gelingt, weitere Klassen im Gebrauch der Plattform so weit einzuweisen, dass sie damit schon arbeiten können, kann ich heute nicht einschätzen. Seien Sie sicher, dass wir uns bemühen werden. Unsere Multiplikator*innen leisten da großartige Arbeit! Ich vertraue darauf, dass alle überhaupt erreichbaren Fortschritte im Hinblick auf den Wechsel zu Itslearning auch erreicht werden.

Für alle Klassen bzw. Kurse, die noch keine Einführung in Itslearning erhalten haben, steht weiterhin Schulcommsy als Aufgabenplattform zur Verfügung. Ich bitte alle Beteiligten, auch mit dieser – sicher weniger „schicken“ – Plattform konstruktiv im Sinne der Lernenden umzugehen.

An den Distanzlerntagen werden auch Telefon- bzw. Videokonferenzen mit den Klassen ausprobiert. Wir verwenden im Moment grundsätzlich die vom Land bereitgestellte Konferenzplattform „Jitsi“, sollte dies Schwierigkeiten machen, steht auch noch das vom Schulträger gehostete „Big Blue Button“ zur Verfügung. Beide Systeme haben in der Vergangenheit nicht mit der wünschenswerten Zuverlässigkeit funktioniert. Dafür gibt es die unterschiedlichsten technischen Gründe, deren Aufzählung hier zu weit führen würde. Woran wir weiterhin verzweifeln, ist die völlig unzureichende Versorgung der Schule mit Internet-Bandbreite. Für das Unterrichtsnetz steht noch immer kein Glasfaseranschluss zur Verfügung. In der Regel werden die Lehrkräfte wohl von zu Hause aus die Telefon-/Videokonferenzen durchführen. Hoffen wir, dass die Kapazität der jeweiligen Plattformen dem Ansturm der Schulen standhält.

Zu den pädagogischen und fachlichen Aspekten kann ich hier noch einmal folgende Maßnahmen nennen:

  • Auf einem Schulentwicklungstag im September haben die Fachschaften sich über fachspezifische Aufgabentypen und Bewertungsprinzipien im Distanzlernen verständigt.
  • Die Fachschaften haben auch eine verbindliche Reihenfolge festgelegt, durch die gewährleistet ist, dass – falls die Zeit nicht ausreicht, um alle Inhalte zu bearbeiten – in allen Parallelkassen die gleichen Inhalte am Ende wegfallen. Dies ist wichtig für die Arbeit im kommenden Schuljahr.

Ich habe die Ministerin heute auch so verstanden, dass Mitte Januar, wenn genügend Zeit nach den Feiertagen vergangen ist und die Zahlen, aus denen der Inzidenzwert berechnet wird, wieder aussagekräftiger sind, durchaus geprüft wird, ob es bereits wieder Möglichkeiten für mindestens teilweisen Präsenzunterricht gibt.

Mit diesem kleinen Hoffnungsschimmer möchte ich mich für heute Abend bei von euch und Ihnen verabschieden. Das nächste „telegramm“ lässt bestimmt nicht lange auf sich warten…
Herzliche Grüße
Brigitte Menell, 6. Januar 2021