Samstag, 3.3.18

Schon im Flugzeug stieg die Spannung. Die erste Begegnung, die neue Sprache und die neue Kultur. Was würde uns in Spanien erwarten?

Wie würden unsere Austauschpartner und ihre Familien sein?

 

Doch noch bevor wir das erfahren konnten, trafen wir auf ein anderes Problem: unsere Koffer waren nicht, wie wir, mit nach Madrid gekommen, sondern warteten noch am Flughafen in Hamburg auf uns. So hatten wir uns unsere Ankunft nicht vorgestellt. Mit kleinen Notfallpaketen ausgestattet, stiegen wir in den Bus Richtung Alcobendas, Madrid. Und nun kam auch die Nervosität wieder zurück.

 

Aus dem Bus gestiegen begann nun offizielle unsere Woche in Madrid. Doch schnell merkten wir, dass alle Bedenken völlig umsonst gewesen waren. Wir begegneten unseren spanischen Austauschschülern wie alte Freunde und fielen uns sofort in die Arme. Nach dieser herzlichen Begrüßung und Küsschen links Küsschen rechts (besitos) von den Eltern, machten wir uns auf in die kleinen madrilenischen Wohnungen.

 

Sonntag, 4.3.18

Der erste richtige Tag in Spanien begann mit einem entspannten und, wie erwartet, späten Frühstück. Die typische Frühstücksspezialität churros fand sich bei fast allen von uns auf dem Teller wieder. Das Wetter am Sonntag war schön und so wurden Ausflüge unternommen, Großeltern besucht und anderes typisch spanisches Essen gegessen.

 

Montag, 5.3.18

Am Montagmorgen trafen wir uns in der Schule und der Gesprächsbedarf war so groß wie nie. Gemeinsam mit den spanischen Schülern fuhren wir in das schöne, windige Segovia. Unser Bus stoppte am Aquädukt, für welches Segovia bekannt ist. Schnell ging es weiter Richtung Alcázar, eine Burg, die während des Mittelalters die bevorzugte Wohnburg der kastilischen Könige war. Wir folgten den alten Gängen von der kleinen Kapelle bis hin zum Saal der Könige. Anschließend machten wir eine Rallye durch die schöne Stadt. Durch die gemeinsame Zeit dort mit den Spaniern lösten sich schnell alle noch vorhandenen Anspannungen und Ängste. Als es danach wieder nach Hause ging wurde klar, die Gastfamilien gaben alles, damit wir uns wie zu Hause fühlten und es entwickelte sich schnell eine unerwartete Vertrautheit. Die Nachmittage wurden damit verbracht, sich mit anderen Deutschen und ihren Austauschschülern zu treffen und deren Hobbies nachzugehen.

 

 

 

Dienstag & Mittwoch, 6-7.3.18

Dienstag und Mittwoch ging es nach Madrid. Die Deutschlehrer der Schule führten uns durch die modernen, aber vor allem durch die alten Ecken der Hauptstadt. Vorbei am Königspalast bis zu den großen und langen Shoppingstraßen. Am Dienstag regnete es in Strömen und die Stadt wirkte grau und leer. Doch der sonnige Mittwoch zeigte uns, wie schön Madrid wirklich ist. Die grünen Flächen, die kleinen Straßencafés und die beeindruckende Ähnlichkeit zu Paris erstaunte einige von uns. Am Abend feierten die meisten von uns gemeinsam Bergfest im nahegelegenen Bowlingcenter. Die Hälfte unserer Reise war vorüber, aber das hielt uns nicht davon ab, Spaß zu haben und die verbleibende Zeit zu genießen.

 

 

 

Donnerstag, 8.3.18

Am Donnerstagmorgen fing der Unterricht für uns wieder an. Wir sahen den Spaniern beim Lernen zu. In der Schule gibt es einige Unterschiede zur deutschen Schule. Etwas verwirrend war, dass man die Lehrer dort duzt und mit Vornamen anspricht. Sie haben im Allgemeinen eine nähere Bindung zu ihren Schülern als in Deutschland. Auch in der Schule wurden Gastfreundlichkeit und Offenheit wieder großgeschrieben. Am Vormittag fuhren wir dann den für uns schon gewohnten Weg nach Madrid, um uns die „Real Academia de Bellas Artes“ anzusehen. In dem Kunstmuseum wurde uns eine Skulpturwerkstatt gezeigt, in der sowohl alte als auch neue Skulpturen hergestellt und repariert werden. Wir konnten einige interessante Einblicke hinter die Kulissen erlangen. Danach erhielten wir noch eine Führung durch die Kunstgalerie, die sich als ziemlich groß herausstellte. Ein weiteres Highlight des Tages war, dass es in der Innenstadt eine große Demonstration zum Internationalen Weltfrauentag gab. Während viele Frauen und auch einige Männer in lila Kleidung mit Fähnchen versuchten, Aufmerksamkeit zu erregen, bahnten wir uns unseren Weg zum Bus. Nach einem ereignisreichen Tag traf man sich abends noch mit anderen Spaniern und deren Austauschschülern zum Abendessen.

 

Freitag, 9.3.18

Freitags war dann eine Fahrradtour entlang von Madrid Río geplant, doch sie fiel wortwörtlich ins Wasser. Da es den ganzen Tag regnete, machten wir uns nach einer weiteren Stunde Unterricht, auf den Weg in ein interaktives Wissenschaftsmuseum in Alcobendas. Neben vielen Experimenten zu physikalischen Gesetzen und einem Planetarium, konnten wir auch etwas zur Geschichte spanischer Wissenschaftler erfahren. Da dieser Freitag unser letzter Tag in Spanien war, bevor wir am Samstag in den Flieger Richtung Hamburg stiegen, wartete in der Schule ein Abschiedsbuffet mit vielen leckeren spanischen Spezialitäten auf uns. Wir verabschiedeten uns von der Schule und von ihrem Schulleiter und fuhren ein letztes Mal mit den Schulbussen nach Hause zu unseren Gastfamilien. Um den letzten Abend würdig ausklingen zu lassen, trafen sich viele Spanier und ihre deutschen Austauschpartner im nahegelegenen Einkaufszentrum „Plaza Norte 2“. Letzte Geschenke für die Familien in Deutschland wurden gekauft und einige Burger gegessen.

Obwohl wir uns alle auf unsere eigenen Familien freuten, wussten wir, wie sehr wir die Spanier vermissen würden.

 

Samstag,10.3.18

Viel zu schnell kam dann der Samstag und das hieß für uns alle: Abschied nehmen. Mit vollgepackten Koffern fuhren wir im strömenden Regen zur Schule. Als würde der Himmel mit uns weinen, flossen auch bei Deutschen und Spaniern die ersten Tränen. Das vermutlich letzte Mal umarmten wir die Gasteltern und Gastgeschwister und wir machten uns auf den Weg zum Flughafen. Unsere Austauschpartner würden wir in einem Monat wiedersehen, das erleichterte uns den Abschied von ihnen etwas. Mit gemischten Gefühlen verließen wir Madrid – voller Wehmut und Vorfreude auf Zuhause. Ohne Kofferprobleme landeten wir in Hamburg und verabschiedeten uns voneinander.

Die Zeit in Madrid und das Gefühl ein zweites Zuhause gefunden zu haben, wird immer unvergessen bleiben. Wir haben eine andere Familie hunderte Kilometer von Bargteheide entfernt gefunden und es geschafft, in einer Woche aus Fremden mehr als nur Freunde zu machen.

 

Einige Schüler haben ihre persönlichen Eindrücke auch noch in Zitaten festgehalten:

 

"Da meine Gastfamilie fast ausschließlich Spanisch mit mir gesprochen hat, war diese Woche ein sehr schönes und auch spannendes Erlebnis für mich.
Wenn ich die Entscheidung, an dem Austausch mitzumachen, nochmal treffen müsste, würde ich mich auch ein zweites Mal dafür entscheiden.
Ich konnte dort viele neue Erfahrungen sammeln, doch es war für mich trotzdem ziemlich ungewohnt, abends erst zu essen, wenn wir hier in Deutschland meist schon (bald) ins Bett gehen würden."
(Pauline Bullmann)

 

„Diese Zeit werde ich nie vergessen! Madrid ist eine wirklich schöne Stadt! Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte.“
(Sarah Benita Israel)
 
"Mir hat der Madridaustausch sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich sehr, dass ich so viele tolle Erfahrungen machen durfte. Die Spanier sind wirklich alle sehr offen gegenüber neuen Menschen und Kulturen und behandelten uns gleich wie Familienmitglieder. Ich würde den Austausch jedem empfehlen."
(Telsa Harmeling)