Am Dienstag den 04. Juli haben wir, die Klasse 9a, zusammen mit der 9b die KZ-Gedenkstätte Neuengamme besucht. Dort bekamen wir eine 3-stündige Führung, bei der uns das große Gelände gezeigt wurde. Das Lager in Neuengamme war ein Hauptkonzentrationslager, zu dem noch weitere Konzentrationslager der Region gehörten. In diesen waren im Gegensatz zu dem Konzentrationslager in Neuengamme auch weibliche Häftlinge untergebracht. Die Lebensbedingungen der Häftlinge waren an sich sehr schlecht und waren darauf ausgelegt, dass jeden Tag viele Häftlinge starben. Sie bekamen nur sehr wenig Essen, mussten jeden Tag 10-12 Stunden arbeiten und die Hygiene war auch sehr schlecht. Zuerst wurden uns die Gebäude gezeigt, wo die Häftlinge in engen 3-Etagen-Betten manchmal mit 9 Leuten geschlafen haben. Nachdem wir dann also die „Baracken“ der Häftlinge angesehen hatten, sind wir in eines dieser Häuser gegangen, in dem sich heute eine Ausstellung befindet. Dort wurde uns durch Zeitzeugenberichte und Videos der Alltag der Häftlinge nähergebracht.

Anschließend gingen wir weiter über das Gelände bis zu dem Aufenthaltsgelände der SS-Wachmannschaften von früher. In den ehemaligen Garagen für die Wachfahrzeuge ist eine weitere Ausstellung untergebracht, die von den Gerichtsverhandlungen gegen ehemalige Nationalsozialisten handelt. Unser Guide erklärte, dass früher nur sehr wenige Gerichtsverhandlungen stattfanden. Von 4500 SS-Wachmännern aus Neuengamme kamen nur 240 vor Gericht. Der Hauptgrund dafür war, dass sich die deutsche Gesellschaft von den Schreckenszeiten abwendete und es nicht in ihrem Interesse stand, sich selbst zu verurteilen. Dies ist auch der Grund dafür, dass ein Großteil der Gebäude auf dem Grundstück aus der nationalsozialistischen Zeit nicht mehr vorhanden ist. Es dauerte sehr lange, bis 2006 endlich das gesamte Gelände für Besucher und Angehörige der Opfer zugänglich war und als Gedenkstätte anerkannt war.

Unsere letzte Station war dann das Klinkerwerk. Uns wurde von einer damaligen Abmachung erzählt, die besagte, dass die Stadt Hamburg bei der Erweiterung der Konzentrationslager Neuengamme finanzielle Hilfe angeboten hatte. Im Gegenzug bekam Hamburg günstige Klinkersteine, die die Häftlinge unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen herstellen mussten. Hierfür hatten sie mit einfachen Schaufeln zu graben oder mit der eigenen Kraft eine Lore über der gesamten Platz zu schieben, und das, obwohl es maschinelle Hilfe gegeben hätte. Wir waren danach noch in einem Haus zum Gedenken der verstorbenen Häftlinge in Neuengamme. Das Haus war in schönen Farben gestaltet und die Namen der Opfer waren auf Stoff gestickt. Obwohl die Anzahl der Namen wirklich hoch war, wurde uns erzählt, dass nicht mal die Hälfte der Namen bekannt war, sodass es eigentlich sogar noch viel mehr unbekannte Tote gab.

Auch unser Guide hat alles sehr gut erzählt und wir konnten uns vorstellen, wie sich vor nicht mal 100 Jahren die Häftlinge vor den Baracken zum Appell aufstellen mussten. Bei dieser Vorstellung lief uns ein Schauer über den Rücken. Insgesamt fanden wir die Führung sehr spannend, denn wir konnten einen richtigen Einblick in die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten bekommen. Besonders ergreifend fanden wir die Biografien der Menschen, deren Leben so schlimm beeinflusst worden und verlaufen ist.

 

Telsa Harmeling, Lisa Göttsche und Esther Winter, 9a