Unter dem Arbeitstitel „Ego-Switch“ arbeitete die Klasse 9b an 5 Projekttagen mit der Wortwerkerin HannaH Rau und dem Theaterpädagogen und Therapeuten Torger Bünemann.
Zunächst stellte Herr Bünemann seine Arbeit im Anti-Gewalt-Training in der JVA vor und brachte Briefe von ehemaligen Häftlingen mit. Anschließend formulierte die 9b Antwortbriefe aus verschiedenen Perspektiven und verfasste andere Texte zum Thema „Ich“.
Den Abschluss bildete der Bericht von Herrn Bünemann zu den Reaktionen seiner derzeitigen Häftlinge auf die Antwortbriefe der 9b.
Am fünften Projekttag fanden zwei Lesungen unter dem Arbeitstitel „Von meiner Klinge tropft das Blut, an deinen Händen klebt es.“ statt.
Mit ihren Darbietungen zogen die Schülerinnen und Schüler das Publikum in ihren Bann. Durch das Hineinversetzen in eine andere Person konnten Schlüsse für das eigene Leben gezogen werden.
So machte die Klasse deutlich, dass sich Schule zwar manchmal für sie wie ein Knast anfühlt, sie aber in der Realität weitaus angenehmer ist als der Alltag im Leben eines Strafgefangenen.
Die Briefe der jeweiligen Strafgefangenen verlas Herr Mroz, der Deutschlehrer der 9b und saß dabei selbst in einer Zelle aus Zetteln. Diese Papierzelle hatte dieselben Maße wie in der JVA. Den Rahmen bildeten alle Privilegien, die man außerhalb des Knasts genießen kann. Die wenigen Zettel im Inneren zeigen, über welche Dinge man auch während einer Haft verfügen kann.