"Zeitzeugen sind die besten Geschichtslehrer, denn sie sind die Geschichte". Mit diesen Worten leitete der heute 90 Jahre alte Sally Perel, der auf Einladung der Fachschaft Geschichte zu einem Zeitzeugengespräch ins KGB gekommen war, seinen dreistündigen Vortrag ein. "Ich habe mir geschworen, so lange mich meine Beine tragen, dafür zu kämpfen, dass so etwas Furchtbares nie wieder vorkommt", so Perel, dem man anmerkte, dass es ihm ein unermüdliches Anliegen ist, jungen Menschen von seiner Geschichte zu berichten.  Die Schülerinnen und Schüler der 9. und 11. Klassen, die das Glück hatten, dem Vortrag beizuwohnen lauschten seinen Erzählungen gebannt.

Sally Perel, der mit seiner Autobiographie Der Hitlerjunge Salomon bekannt geworden ist, die im Jahr 1990 auch verfilmt wurde, hat etwas erlebt, was nur wenige für möglich gehalten hätten. Er hat, getarnt als Hitlerjunge, den 2. Weltkrieg als Jude überlebt. Perel berichtet an diesem Vormittag von seinem Leben unter den Nazis, in dem er mit der stätigen Angst leben musste, entdeckt und somit umgehen ermordet zu werden.

Eindringlich und mit viel Wortwitz richtet sich Perel auch immer wieder an seine "lieben jungen Freunde", denen berichtet, wie sehr auch er irgendwann hin und her gezogen war zwischen der Indoktirnierung der Nazis und seiner Vergangenheit als jüdischer Junge. Gegen Ende seines Vortrages gibt er den Zuhörern mahnend mit, dass sie nun, da sie seine Geschichte gehört hätten, "auch dazu verpflichtet" sein, dafür zu sorgen, dass so etwas Schreckliches nie wieder geschehen werde.