Der WPK-Kurs Medienkunde bekam am Montag, dem 29.06.2015 Besuch von zwei Journalisten der Internet-Zeitung Bargteheide Aktuell. Da sich die Schüler bereits im Vorwege intensiv mit den Formen des Journalismus befasst hatten und einige eigene Artikel verfasst hatten, konnten sie viele Fragen an die beiden stellen. Jens Peter Meyer, ein freies Journalist, der bereits für das Hamburger Abendblatt gearbeitet hat, berichtete von seinen Erfahrungen als freier Journalist und wies auf den Wandel des Journalismus hin. Ines Moritz, die sich gegen ein Berufsleben in einer Polizeibehörde und für das Leben als Marketingleiterin der Online-Zeitung entschieden hat, erläuterte die schwierige aber unumgängliche Aufgabe, an Werbeeinnahmen zu gelangen. Spannend berichtete sie davon, wie sie Bargteheides Firmen dazu bewegen müsste, Werbeanzeigen in ihrer Zeitung zu platzieren.

Nach einer guten Stunde verabschiedeten sich die Zwei wieder und ließen Schüler zurück, die durch ihren Besuch einen noch besseren Einblick in das Leben von Journalisten erlangt haben.

 

 

Merle aus dem WPK-Medienkunde hat während des Gesprächs viele Fragen und Antworten mitgeschrieben. Aber lest selbst...

 

 

1.) Was macht eigentlich ein Journalist?

Jeden Tag sind es neue Herausforderungen und man muss aufpassen, dass man neutral schreibt.

 

1b.) Wann wird etwas zur Nachricht?

Wenn es aus dem Bauch heraus kommt und wenn es die Leute interessieren wird

und natürlich gibt es Termine, zu denen man geht und Fragen stellt

 

1c.) Hat man immer Lust oder ist man manchmal unmotiviert zur Arbeit zu gehen?

Ja, manchmal schon, aber wenn man freier Journalist ist, hat man mehr Freiraum und kann sich aussuchen worüber man schreibt. Bei Boulevard-Zeitschriften muss man sich dem Stil der Zeitung anpassen und auch manchmal Dinge schreiben, die man anders sieht.

 

1d.) Was ist der Unterschied zwischen freien und nicht-freien Journalisten?

Als freier Journalist kann man über mehr schreiben, was man will, ist aber nicht irgendwo angestellt und versichert und bekommt auch kein Krankengeld. Als angestellter Journalist muss man sich an den Zeitungsstil halten und nicht so frei schreiben.

 

1e.) Macht Ihnen der Beruf Spaß?

Ja, denn man hat sehr viel Kontakt mit Menschen und ist freier als beispielsweise Behördenarbeit. Zudem ist man in dem Beruf sehr kreativ und man hat keinen „richtigen“ Chef. Man verdient jedoch nicht sehr viel Geld, da die Seite eigentlich nur durch Werbungen finanziert wird.

 

1f.) Gibt es einen Unterschied zwischen einem Internet-Journalisten und einen „normalen“?

Eigentlich gibt es keinen, man verbreitet jedoch durch das Internet die Meldungen viel schneller und kann sie öfter aktualisieren.

 

1g.) Haben Sie eine Mindestanzahl an Artikeln pro Woche schreiben?

Nein, das kann ein freier Journalist alleine entscheiden.

 

1h.) Arbeiten Sie eher im Team oder alleine?

Alle arbeiten alleine und kommunizieren über E-Mail und es gibt auch kein festes Büro. Einmal im Monat findet ein Redaktionstreffen statt, wo wichtige Dinge besprochen werden.

 

1i.) Wie viele sind Sie im Unternehmen?

Die Website wird nur von drei Leuten betrieben. Bei Zeitungen gibt es mehr, jedoch arbeiten immer mehr Journalisten frei und nicht eingestellt. Bei den Zeitungen werden immer mehr Gelder gekürzt.

 

1j.) Was war das Schönste worüber Sie geschrieben haben?

Interessante Themen mit netten Menschen sind immer sehr schön. Und Artikel mit denen man zufrieden ist. Auch Dinge über die man mal aus anderen Perspektiven schreibt, sind sehr interessant und schön darzustellen. Und die Rubrik über 700 Jahre Bargteheide war sehr informativ, da dafür auch viele Fotos aus dem Archiv verwendet wurden und viel Neues entdeckt wurde.

 

1k.) Was gefällt Ihnen nicht so gut?

Wenn man nicht die Möglichkeiten bekommt, worüber zu schreiben, weil keiner etwas zu dem Thema sagt oder sagen darf. Oder über gewisse Themenbereiche, die einen nicht so interessieren. Manche Leute wollen auch nicht genannt werden. Auch wenn man über ein Thema sehr viel weiß und jemand anderes um Auskunft bittet und sich auf dessen Wissenslevel zu begeben ist schwer. Oder tragische Unfälle, wo denn die Betroffenen ausgequetscht werden. Bei Artikeln die einen persönlich betreffen, ist eine Distanz zum Thema auch schwer.

 

1l.) Welche Quellen benutzen Sie?

Von dem Bürgermeisterbüro oder anderen Adressen wird etwas meistens mit Fotos einfach abgeschickt. Es werden auch Beziehungen genutzt.

 

1m.) Gab es Ärger wegen Artikeln?

Wegen eines Kommentars zu dem Windkraftartikel gab es sehr viele Gegen-Kommentare und auch viele Beleidigungen gegen die Verfasser, weshalb man aufpassen muss, dass man neutral schreibt.

 

1n.) Hatten Sie Angst, bei Artikeln die viel Gegenwind bekommen?

Ja, da man auch Drohungen bekommt.

 

 

2.) Wie wird man Journalist?

Beispielsweise durch das Schreiben für kleinere Zeitungen, wo man sich dann immer mehr hocharbeitet.

 

 

3.) Was macht“Bargteheide Aktuell“ so besonders?

Es wird fast alles veröffentlicht, außer rassistische oder gewalttätige Beiträge. Man bekommt nur Geld durch Werbung. Die Zeitung lebt nur durch das Geld durch die Werbung. Die Seite wird auch von Menschen, die aus Bargteheide ausgewandert sind, gelesen. Es können auch Videos eingestellt werden.

 

3b.) Wie ist das Projekt entstanden?

Am Eckhorst Gymnasium wurde das Projekt einer Zeitung erstellt und später von der Stadt übernommen und jetzt wird es immer größer und bekannter.

 

3c.) Wie viele Aufrufe bekommen Sie?

Bei sehr populären Artikeln, wird mehr gelesen, als bei anderen.

Andere kommen jedoch nicht über 195 Klicks heraus.

Am meisten interessieren sich die Leser für kriminelle Dinge und Drohungen.

Doch auch Berichte über Wölfe sind sehr beliebt.

 

 

4.) Gefahren/Nutzen des Internet-Journalismus?

Man kann es verlinken, es gibt Platz für Werbung und für viele Bilder. Zudem ist der Platz nicht so rar. Im Gegensatz zur Zeitung gibt es mehrere Fotos und ist viel aktueller.

Es ist schwer vor allem ältere Menschen von einer Internetzeitung zu begeistern, damit diese sie auch lesen.

 

Durch das Internet werden Zeitungen nicht mehr so wichtig und die Finanzierung wird immer schlechter, da es schwer ist, genügend Leute für Werbeaufträge zu finden und somit nicht so viel Geld da ist, auch um alle Journalisten zu bezahlen.

 

Man muss immer genügend Updates auch zur Datensicherung machen. Und auch das Format sollte aktualisiert und somit ansprechender gestaltet werden, damit die Leser die Seite auch weiterhin besuchen und lesen. Deshalb ist es auch wichtig immer auf dem neusten Technikstand sein, da sich im Laufe der Zeit immer mehr verändert. Dies ist auch eine Kostenfrage.

 

Auf der ganzen Welt können Artikel gelesen werden und Artikel verbreiten sich auch schneller und es gibt mehr Hetze.

Bei Fotos muss man auch aufpassen, dass man nicht gegen Gesetze verstößt.

 

5.) Fehler bei Zeitungen:

Heute liest man nicht mehr Korrektur, da es zu teuer und zeitaufwendig ist. Manche Zeitungen bauschen alles auf, nerven und sind anderen Menschen sehr unfair gegenüber.