Was ist eine Sitzdisco? – Das fragten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b des Kopernikus Gymnasiums und erwarteten mit Spannung den Autor Nils Mohl, den sie im Rahmen des Deutsch-Unterrichts eingeladen hatten, um sein Buch „Es war einmal Indianerland“ kennen zu lernen.

Dieser Roman, der den deutschen Jugendliteraturpreis 2012 erhalten und von jugendlichen Leserinnen und Lesern des Kreises Stormarn zum „Buch des Jahres“ gewählt wurde, handelt von einem 17-jährigen Jungen, der in der Vorstadtsiedlung einer Großstadt lebt, ein Hobby-Boxer ist und von den letzten Wochen seiner Sommerferien berichtet, in denen er physisch und psychisch an seine Grenzen gerät.

„Besonders“ und damit auch anders als viele andere Romane für Jugendliche ist, dass dieser Text mit filmischen Gestaltungsmitteln arbeitet und eine Liste von Musiktiteln („Soundtrack“) enthält, die inhaltlich und von der Stimmung her zum Erzählten passen. Und dies ist auch die Antwort auf die Frage: Nils Mohl unterbrach seine Lesung immer wieder mit musikalischen Ausschnitten aus diesen Songs, die er selbst, wie er im Gespräch mit der Klasse erklärte, in seiner Jugend gehört hatte. Die Musik half ihm auch bei seinem Versuch, sich in die Situation eines Jugendlichen zu versetzen und sich an seine eigene Jugendzeit zu erinnern – eine wichtige Voraussetzung, wie er meinte, um ein halbwegs authentisches Jugendbuch zu schreiben, das nicht mit dem erhobenen pädagogischen Zeigefinger daherkommt.

Herr Mohl nahm sich Zeit, um den Schülerinnen und Schülern auf ihre zahlreichen Fragen zu antworten und so erfuhren sie Manches über das Leben eines Autors, seine Recherchen, dass er Filme als Anregungen für Schreibideen nutzt und auch über die Schwierigkeiten, die das Schreiben eines Romans mit sich bringt.