Hamburger Abendblatt, Stormarn, 31.10.2014

Schüler prägen Gedenkstunde

Volkstrauertag in Bargteheide befasst sich nicht nur mit Kriegsopfern, sondern auch mit Flüchtlingen

Bargteheide „Krieg – stell dir vor, er wäre hier!“ Das ist das diesjährige Motto der Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Bargteheide. Sie beginnt am Sonntag, 16. November, um 11 Uhr im Stadthaus, Am Markt 4. Bürgermeister Henning Görtz und die Arbeitsgruppe Volkstrauertag laden alle Bargteheider zum gemeinsamen Gedenken ein. „Die zwei Themen-Schwerpunkte des Volkstrauertages sind der Erste Weltkrieg, der vor 100 Jahren begann, und Flüchtlinge“, sagt Heidburg Behling von der Arbeitsgruppe Volkstrauertag. „Gerade das Flüchtlingsthema ist wichtig, weil wir uns heute wieder damit beschäftigen müssen“, sagt Bürgermeister Henning Görtz. Allerdings könne er bei den Bargteheidern eine positive Einstellung beobachten. „Wir haben heute eine viel freundlichere Willkommenskultur als noch vor 20 Jahren.“
Vor der Feier besteht die Möglichkeit, einen Gottesdienst in der evangelischen Kirche, Lindenstraße 2, zu besuchen. Er beginnt um 10 Uhr. Im Anschluss daran, um 10.45 Uhr, wird am Mahnmal ein Kranz niedergelegt. Auch die Bürger können ein persönliches Zeichen der Erinnerung setzen und Blumen niederlegen. „Die Gedenkfeier gliedert sich in die drei großen Bereiche Erinnerung, Mahnung und Hoffnung“ sagt Behling. Musikalisch wird die Feier vom Chor Vocalis unter der Leitung von Eva Maria Siebert und der Pianistin Louise Natorp begleitet.
Schüler des Kopernikus-Gymnasiums und des Gymnasiums Eckhorst haben entscheidenden Einfluss auf die Inhalte der Gedenkfeier genommen. Sie tragen in einer szenischen Lesung Texte aus Janne Tellers Theaterstück „Krieg“ vor. Das Motto des diesjährigen Gedenktages leitet sich aus diesem Stück ab. „Wir fanden es wichtig, der Leute zu gedenken, die einmal für uns gekämpft haben“, sagt Paula Witaszak, 13. Und weiter: „Wir haben uns aber auch gefragt, wo wir hingehen würden, fliehen mein ich, wenn der Krieg hier bei uns wäre.“ Es sei wichtig, Fremden ein neues Zuhause zu geben. Diese Erkenntnis findet ihren künstlerischen Ausdruck in einem Gedicht von Konstantin Wecker. Es heißt „Sage nein!“. Es ist Bestandteil der Videopräsentation der Schüler vom Eckhorst-Gymnasium. Dort wird gefordert: „...sei nicht nur erschreckt, verwundert, tobe, zürne, bring dich ein: Sage nein!“ (bja)

 

 

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